Als Kind erlebte ich Gewalt
an meinem Körper, an meiner Seele
so etwas dürfte nie ein Kind erfahren müssen.
Mir wurde auf perfide, kranke Weise
Gewalt als Liebe dargestellt.

Schutzlos ausgeliefert, niemand sah hin.
Hilfeschreie von mir wurden überhört.
Verdrängt und totgeschwiegen,
als Hirngespinste abgespeist.
Alles unter einem Schweigen vergraben.
Unter dem Mantel „Familie“ eingehüllt.

Über 30 Jahre lang schämte ich mich,
für das was man mir hat angetan.
Gab mir selber die Schuld dafür.
Versuchte mit dieser Last zu überleben.

Unzählige Male lag ich am Boden.
Ein einziger Wunsch schrie in mir,
lass diesen Schmerz in meiner Seele vergehen.
Sehnte mich nach dem Tod und einige Male
war ich kurz davor, meinen Schmerz
selber ein Ende zu bereiten.

Ich gab nicht auf, wollte denen,
die mir das angetan haben nicht den Triumph
des Sieges über meine Seele lassen.
Ich wollte leben, wahrhaftig leben.
Lachen, tanzen und glücklich sein,
bedingungslose Liebe wollte ich spüren.

So machte ich mich auf den Weg.
Bin noch mal durchgegangen,
durch meine ganz persönliche Hölle.
Stundenlang geweint; gehasst und geschrien.
Stein um Stein, mit bloßen Händen,
grub ich mich selber frei.

Heute stehe ich vor denen, die mir das angetan haben.
Seht, ihr habt mich verletzt so viele Jahre lang
habt mich verleumdet, mir meine Stimme genommen.
Seht mich an, seht mir in die Augen.
Vor euch steht eine starke Frau mit verheilten Narben.

Die sich jetzt selbst zu lieben vermag
und die Liebe annehmen kann.
Ich habe nicht nur überlebt, ich lebe
ich schäme mich nicht mehr, für euer Verbrechen an mir.
Und ich habe keine Albträume mehr,
den ich bin frei von Schuld.

Kategorien: Gedanken